Übersetzung — Tafsir
Bedeutung der Schlüsselbegriffe:
- أَبْنَاءُ اللَّهِ: „Söhne Gottes" – eine bildhafte Behauptung der Juden und Christen, die Gottes Fürsorge mit der eines Vaters verglichen.
- أَحِبَّاؤُهُ: „Seine Geliebten" – diejenigen, die Gott besonders nahestehen und von Ihm bevorzugt werden.
- يَغْفِرُ لِمَنْ يَشَاءُ: „Er vergibt, wem Er will" – Ausdruck der absoluten Souveränität Gottes in Vergebung und Strafe.
- الْمَصِيرُ: „Die Rückkehr" – der Endpunkt aller Geschöpfe am Tag der Auferstehung.
Tafsir (Ausführliche Erläuterung):
Die Juden und Christen erhoben den Anspruch, die „Söhne Gottes" und Seine „Geliebten" zu sein. Sie meinten damit, dass Gott ihnen gegenüber wie ein barmherziger Vater sei und sie eine besondere Stellung bei Ihm hätten. Diese Behauptung ist eine Übertreibung und ein Ausdruck von Hochmut, denn sie stellt eine Verbindung her, die dem erhabenen Wesen Gottes widerspricht – Er ist erhaben darüber, Kinder oder Partner zu haben.
Der Quran weist diese Anmaßung mit einer scharfen, logischen Frage zurück: Wenn ihr wirklich Gottes Geliebte wärt, warum bestraft Er euch dann für eure Sünden? Die Geschichte der Juden ist voller Beispiele göttlicher Bestrafung – wie die Verwandlung in Affen und Schweine (wegen des Frevels am Sabbat) oder die Strafen, die über sie hereinbrachen. Ein liebender Vater oder ein wahrer Freund bestraft nicht den, den er liebt, ohne Grund. Die Tatsache, dass sie für ihre Vergehen bestraft wurden, beweist, dass ihre Behauptung falsch ist.
Dann wird die Wahrheit klar ausgesprochen: Ihr seid nichts anderes als Menschen aus der Schöpfung Gottes – wie alle anderen auch. Es gibt keinen Unterschied zwischen euch und den übrigen Menschen in Bezug auf die göttliche Gerechtigkeit. Wer Gutes tut, wird belohnt, und wer Böses tut, wird bestraft. Gott vergibt, wem Er will – aus Seiner Barmherzigkeit – und Er bestraft, wen Er will – aus Seiner Gerechtigkeit. Niemand kann Ihm dabei Vorschriften machen oder einen Sonderstatus beanspruchen.
Die Herrschaft über die Himmel und die Erde und alles, was dazwischen ist, gehört allein Gott. Er ist der absolute Besitzer und Lenker des Universums. Und zu Ihm allein ist die Rückkehr aller Geschöpfe am Jüngsten Tag. Dann wird Er zwischen ihnen richten und jedem entsprechend seinen Taten vergelten – ohne Ansehen der Person oder Herkunft.
Nutzen und Lehren aus dieser Ayah:
- Gottes Barmherzigkeit umfasst alle Menschen – Niemand kann einen exklusiven Anspruch auf Gottes Liebe erheben, unabhängig von seiner Religion oder Herkunft. Die Tür der Reue und Vergebung steht jedem offen, der aufrichtig zu Gott zurückkehrt.
- Wahre Liebe zu Gott zeigt sich im Gehorsam – Wer behauptet, Gott zu lieben, muss dies durch Taten beweisen. Gottes Liebe erlangt man nicht durch bloße Behauptungen, sondern durch aufrichtigen Glauben und rechtschaffenes Handeln.
- Gerechtigkeit Gottes ist absolut – Niemand ist über das Gesetz Gottes erhaben. Diese Ayah lehrt uns Bescheidenheit und warnt vor Hochmut und Selbstüberschätzung, egal welcher Gruppe oder Gemeinschaft man angehört.
- Die Souveränität Gottes ist uneingeschränkt – Gott allein entscheidet über Vergebung und Strafe. Dies lehrt uns, uns Ihm demütig zu unterwerfen und nicht zu versuchen, Seine Entscheidungen zu beeinflussen oder zu kritisieren.
- Die Rückkehr zu Gott ist unausweichlich – Diese Erkenntnis motiviert den Gläubigen, sein Leben im Bewusstsein der Rechenschaftspflicht zu führen und sich auf das Jenseits vorzubereiten, wo jeder nach seinen Taten beurteilt wird.
📜 Vers 16-20 — Al-Ma'ida
Übersetzung — Al-Ma'ida 18
Sure Vers 18/120 — Al-Ma'ida المائدة (Medinensisch). Lesen Anhören Übersetzung (Deutsch). Anhören: Al-Ma'ida Anhören, Al-Ma'ida Übersetzung, Al-Ma'ida mp3, Al-Ma'ida pdf. Vers 16–20. Auf Deutsch: English.
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Tuesday, August 18, 2026
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