Al-Kahf · 86/110
Übersetzung Umschrift — Al-Kahf
حَتَّىٰ إِذَا بَلَغَ مَغْرِبَ الشَّمْسِ وَجَدَهَا تَغْرُبُ فِي عَيْنٍ حَمِئَةٍ وَوَجَدَ عِندَهَا قَوْمًا ۗ قُلْنَا يَا ذَا الْقَرْنَيْنِ إِمَّا أَن تُعَذِّبَ وَإِمَّا أَن تَتَّخِذَ فِيهِمْ حُسْنًا ۝٨٦
Hattaaa izaa balagha maghribash shamsi wajadahaaa taghrubu fee `aynin hami`a tinw wa wajada `indahaa qawmaa; qulnaa yaa Zal Qarnaini immaaa an tu`az ziba wa immaaa an tattakhiza feehim husnaa
📖 Auf Deutsch
bis, als er den Ort des Sonnenuntergangs erreichte, er fand, daß sie in einer schlammigen Quelle unterging, und er fand bei ihr ein Volk. Wir sagten: "O Du '1Qarnain, entweder strafst du (sie), oder du behandelst sie mit Güte."
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Übersetzung — Tafsir

Bedeutung der Schlüsselbegriffe:

  • ʿAyn ḥamiʾah (عين حمئة): Eine heiße Quelle mit schwarzem, schlammigem Untergrund. Das Wort „ḥamiʾah“ leitet sich von „Ḥamaʾ“ ab, was schwarzen Schlamm oder Morast bedeutet.
  • Maghrib ash-shams (مغرب الشمس): Der Ort, an dem die Sonne untergeht – gemeint ist der westlichste erreichbare Punkt der damals bekannten bewohnten Erde.
  • Dhū l-Qarnayn (ذو القرنين): Ein gerechter und mächtiger Herrscher, dem Allah große Macht und Mittel gegeben hatte. Er ist nicht mit Alexander dem Großen gleichzusetzen, sondern eine eigene historische Persönlichkeit, über die der Qurʾān berichtet.
  • Ḥusn (حسن): Hier: Gutes tun, Milde walten lassen, zur Rechtleitung einladen.

Die ausführliche Erläuterung der Ayah:

Als Dhū l-Qarnayn mit seinem gewaltigen Heer und den ihm von Allah verliehenen Mitteln nach Westen zog, erreichte er schließlich den äußersten bewohnten Punkt der Erde in Richtung des Sonnenuntergangs. Dort, am Rande des Meeres, sah er mit eigenen Augen, wie die Sonne unterzugehen schien – und zwar in einer heißen, schlammigen Quelle. Dies war eine optische Erscheinung, denn die Sonne geht nicht wirklich in eine Quelle unter; doch aus der Perspektive des Betrachters wirkte es genau so. Der Qurʾān beschreibt hier, was Dhū l-Qarnayn sah, ohne eine wissenschaftliche Aussage über den Lauf der Sonne zu machen – denn die Sonne kreist um ihre eigene Achse und folgt der Anordnung ihres Schöpfers.

An diesem Ort fand er ein Volk vor, das in Unwissenheit und Gottesferne lebte. Es waren Menschen, die nicht an den Einen Gott glaubten und sich von Ihm abgewandt hatten. Allah, der Erhabene, sprach zu Dhū l-Qarnayn – entweder durch direkte Eingebung (Offenbarung) oder durch Inspiration in sein Herz – und gab ihm die freie Wahl im Umgang mit diesem Volk. Diese Wahl war eine Prüfung und zugleich ein Zeichen des Vertrauens, das Allah ihm entgegenbrachte.

Die göttliche Anweisung lautete: „O Dhū l-Qarnayn! Entweder bestrafst du sie – indem du sie tötet oder gefangen nimmst, wenn sie weiterhin im Unglauben verharren – oder du behandelst sie mit Güte, indem du sie zur Rechtleitung einlädst, ihnen die Botschaft des Glaubens verkündest und ihnen die Möglichkeit gibst, zur Wahrheit zurückzukehren.“

Diese Ayah zeigt uns die Weisheit und Barmherzigkeit, die Allah in die Führung eines gerechten Herrschers legte. Dhū l-Qarnayn war nicht überheblich, sondern demütig vor seinem Herrn. Er nutzte die ihm gegebene Macht nicht zur Unterdrückung, sondern stellte sie in den Dienst der Gerechtigkeit. Die Wahl, die ihm gegeben wurde, spiegelt ein fundamentales Prinzip des Islam wider: Die Barmherzigkeit und die Einladung zum Guten haben Vorrang, doch wo Tyrannei und Unrecht herrschen, ist es erlaubt, mit Entschlossenheit und Stärke zu handeln.

Diese Geschichte lehrt uns, dass wahre Größe nicht in der Anhäufung von Macht liegt, sondern in der Fähigkeit, diese Macht nach dem Willen Allahs einzusetzen – mit Weisheit, Geduld und der Bereitschaft, das Gute zu wählen, wann immer es möglich ist. Sie lädt uns ein, über unsere eigene Verantwortung nachzudenken: Wie gehen wir mit den uns anvertrauten Fähigkeiten und Positionen um? Sind wir bereit, Barmherzigkeit zu zeigen, wo sie angebracht ist, und Standhaftigkeit, wo sie nötig ist?

Möge Allah uns zu denen zählen, die Gerechtigkeit üben und das Gute verbreiten, so wie Er es von Seinen rechtschaffenen Dienern verlangt.

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📜 Vers 84-88 — Al-Kahf

84إِنَّا مَكَّنَّا لَهُ فِي الْأَرْضِ وَآتَيْنَاهُ مِن كُلِّ شَيْءٍ سَبَبًا
Wir verliehen ihm auf der Erde eine feste Stellung und eröffneten ihm zu allem einen Weg.
85فَأَتْبَعَ سَبَبًا
Da verfolgte er einen Weg,
86حَتَّىٰ إِذَا بَلَغَ مَغْرِبَ الشَّمْسِ وَجَدَهَا تَغْرُبُ فِي عَيْنٍ حَمِئَةٍ وَوَجَدَ عِندَهَا قَوْمًا ۗ قُلْنَا يَا ذَا الْقَرْنَيْنِ إِمَّا أَن تُعَذِّبَ وَإِمَّا أَن تَتَّخِذَ فِيهِمْ حُسْنًا
bis, als er den Ort des Sonnenuntergangs erreichte, er fand, daß sie in einer schlammigen Quelle unterging, und er fand bei ihr ein Volk. Wir sagten: "O Du '1Qarnain, entweder strafst du (sie), oder du behandelst sie mit Güte."
87قَالَ أَمَّا مَن ظَلَمَ فَسَوْفَ نُعَذِّبُهُ ثُمَّ يُرَدُّ إِلَىٰ رَبِّهِ فَيُعَذِّبُهُ عَذَابًا نُّكْرًا
Er sagte: "Was nun jemanden angeht, der Unrecht tut, so werden wir ihn strafen; hierauf wird er zu seinem Herrn zurückgebracht, und Er straft ihn dann mit entsetzlicher Strafe.
88وَأَمَّا مَنْ آمَنَ وَعَمِلَ صَالِحًا فَلَهُ جَزَاءً الْحُسْنَىٰ ۖ وَسَنَقُولُ لَهُ مِنْ أَمْرِنَا يُسْرًا
Was aber jemanden angeht, der glaubt und rechtschaffen handelt, für den wird es als Lohn das Beste geben, und Wir werden ihm von unserem Befehl etwas sagen, was Erleichterung bringt."
Al-KahfQuran Register
110Vers
MekkanischRevelation
86Vers

Übersetzung — Al-Kahf 86

Sure Al-Kahf Vers 86 - Lesen, Anhören, Übersetzung, Deutsch : bis, als er den Ort des Sonnenuntergangs erreichte, er fand,…

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Tuesday, August 18, 2026

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