Übersetzung — Tafsir
Bedeutung einiger Wörter im Vers:
- As-Said (الصيد): Das Jagen und Töten von Wildtieren des Festlandes.
- Horum (حرم): Der Plural von Haram, also diejenigen, die sich im Zustand des Ihram (Weihezustand) für die Pilgerfahrt (Haddsch oder Umra) befinden.
- Al-Na'am (النعم): Herdentiere wie Kamele, Rinder, Schafe und Ziegen.
- Hadyan (هدياً): Das Opfertier, das zur Kaaba (nach Mekka) gebracht wird.
- Kaffara (كفارة): Die Sühneleistung, die eine begangene Sünde wiedergutmacht.
- Adl (عدل): Das Gleichwertige oder Entsprechende einer Sache.
- Wabal (وبال): Die schwerwiegende, negative Konsequenz einer Tat.
Tafsir (Ausführliche Erläuterung):
O ihr, die ihr glaubt! Tötet kein Wild des Festlandes, während ihr euch im Zustand des Ihram befindet – sei es für die Haddsch oder die Umra – oder euch im heiligen Bezirk (Haram) von Mekka aufhaltet. Dies ist ein klares Verbot, das die Heiligkeit des Weihezustands und des heiligen Ortes betont.
Wer von euch jedoch vorsätzlich ein solches Wildtier tötet, für den ist die Sühne (Dschaza) festgelegt: Er muss ein Herdentier opfern, das dem getöteten Wild in Größe, Gestalt und körperlicher Beschaffenheit möglichst ähnlich ist. So wird beispielsweise für eine Gazelle eine Ziege oder ein Schaf geopfert, für ein Wildkamel ein Hauskamel und für einen Wildochsen eine Kuh. Die genaue Bestimmung des entsprechenden Tieres überlässt man zwei gerechten, vertrauenswürdigen Muslimen, die auf dieser Grundlage ihr Urteil fällen.
Dieses Opfertier muss zur Kaaba (nach Mekka) gebracht und dort im heiligen Bezirk geschlachtet werden, und sein Fleisch wird an die Armen des Haram verteilt. Alternativ kann der Sünder den Geldwert des Opfertiers in Nahrungsmittel umwandeln und diese an die Bedürftigen in Mekka verteilen – für jeden Armen ein halber Saa' (etwa 1,5 kg) Grundnahrungsmittel. Oder er kann, als dritte Möglichkeit, für jeden halben Saa' einen Tag fasten. Diese Wahlmöglichkeit gibt dem Sünder Raum, entsprechend seiner Situation zu handeln.
All diese Sühneleistungen wurden verordnet, damit der Täter die schwerwiegende Konsequenz seiner Tat spürt und aus seinem Fehler lernt. Er soll den Ernst des Vergehens erkennen und zur Reue und Umkehr gelangen.
Allah hat denen vergeben, die vor der Offenbarung dieses Verbots in dieser Weise gehandelt haben. Doch wer nach diesem Verbot erneut vorsätzlich sündigt und das Wild tötet, der setzt sich dem Zorn und der Vergeltung Allahs aus. Und Allah ist allmächtig und erhaben in Seiner Stärke; Er ist der Besitzer der Vergeltung, und niemand kann Seinen Zorn abwenden, wenn Er bestrafen will.
Gewonnene Erkenntnisse und Lehren aus diesem Vers:
- Die Wertschätzung der Heiligtümer Allahs: Dieser Vers lehrt uns, dass der Islam großen Wert auf die Heiligkeit der Pilgerfahrt, des Weihezustands und des heiligen Bezirks legt. Selbst das Jagen – eine an sich erlaubte Handlung – wird in diesem Zustand verboten, um die Ehrfurcht vor den göttlichen Riten zu bewahren.
- Die Ausgewogenheit der islamischen Gesetzgebung: Die Strafe ist nicht starr, sondern bietet dem Sünder mehrere Optionen – Opfern, Speisen oder Fasten. Dies zeigt die Barmherzigkeit und Weisheit Allahs, der für jeden Zustand eine passende Lösung bereithält.
- Die Bedeutung von Gerechtigkeit und Sachverstand: Die Bestimmung des Sühnetiers wird zwei gerechten Personen überlassen. Dies lehrt uns, dass wichtige Entscheidungen nicht von Einzelpersonen willkürlich getroffen werden sollten, sondern auf Beratung und fachkundigem Urteil basieren müssen.
- Die Tür der Reue ist offen: Die Vergebung für vergangene Sünden zeigt uns, dass Allah barmherzig ist und die Reue Seiner Diener annimmt. Niemand sollte an der Barmherzigkeit Allahs verzweifeln, egal wie groß die Sünde auch sein mag.
- Die Warnung vor Wiederholung der Sünde: Der Vers schließt mit einer deutlichen Warnung an diejenigen, die nach der Ermahnung erneut sündigen. Dies lehrt uns, dass aufrichtige Reue auch eine Veränderung des Verhaltens erfordert und dass wir Allahs Stärke und Seine Fähigkeit zur Vergeltung niemals unterschätzen sollten.
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