Übersetzung — Tafsir
Bedeutung der Schlüsselbegriffe:
- Wadda (وَدَّ): Wünschen, sich sehnlichst etwas herbeiwünschen.
- Yaruddūnakum (يَرُدُّونَكُم): Euch zurückbringen, euch abwenden lassen.
- Ḥasadan (حَسَدًا): Neid, Missgunst – das Verlangen, dass der andere sein Gut verliert.
- Min ʿindi anfusihim (مِنْ عِندِ أَنفُسِهِم): Aus eigenem Antrieb, aus sich selbst heraus – ohne äußeren Befehl oder Grund.
- Faʿfū (فَاعْفُوا): Vergebt, lasst nach.
- Waṣfaḥū (وَاصْفَحُوا): Seid nachsichtig, wendet euch ab (im Sinne von: nicht vergelten).
- Ḥattā yaʾtiya Allāhu bi-amrihī (حَتَّىٰ يَأْتِيَ اللَّهُ بِأَمْرِهِ): Bis Allah Seinen Befehl erlässt (gemeint ist die spätere Erlaubnis zum Kampf).
Tafsir (Erläuterung der Ayah):
Viele unter den Leuten der Schrift – insbesondere die Juden von Medina – hegten den sehnlichen Wunsch, euch, ihr Gläubigen, nachdem ihr den Glauben angenommen habt, wieder in den Unglauben zurückzustoßen. Sie wollten, dass ihr wie zuvor Götzen anbetet und euren früheren Zustand wieder einnehmt. Der Beweggrund dafür war nicht etwa Unwissenheit oder Zweifel, sondern reiner Neid und Missgunst, die tief in ihren Herzen verwurzelt waren. Dieser Neid entsprang ihrem eigenen Inneren – niemand hatte sie dazu aufgefordert, und es war kein göttlicher Auftrag.
Dies geschah, nachdem ihnen die Wahrheit völlig klar geworden war: Sie wussten aus ihren eigenen Schriften, dass der Prophet Muhammad – Allahs Segen und Frieden auf ihm – tatsächlich der Gesandte Gottes war und dass seine Botschaft die reine Wahrheit ist. Trotz dieses Wissens wünschten sie euch das Schlechte.
Daher befiehlt Allah den Gläubigen: Vergebt ihnen und seid nachsichtig! Überseht ihre Fehler und ihre Unwissenheit, und erwidert ihre Bosheit nicht mit Gleichem. Dies gilt jedoch nur für eine begrenzte Zeit – bis Allah Seinen Befehl erlässt. Und dieser Befehl kam später: Die Erlaubnis zum Kampf gegen sie, sei es durch Unterwerfung, Zahlung der Schutzsteuer (Jizya) oder durch Krieg. So geschah es mit den Banū Qurayẓa und den Banū Naḍīr, die ihre gerechte Strafe erhielten.
Allah ist über alle Dinge mächtig – nichts ist Ihm unmöglich. Er kann jederzeit Vergeltung üben oder verzeihen, und Er tut dies in vollkommener Weisheit.
Nutzen und Lehren aus dieser Ayah:
- Geduld in schweren Zeiten: Diese Ayah lehrt uns, dass die Feindschaft der Gegner des Islam oft aus Neid und Bosheit entspringt – nicht aus Vernunft oder Wahrheitssuche. Der Gläubige soll in solchen Situationen nicht verzweifeln, sondern geduldig und standhaft bleiben.
- Die Größe der Vergebung: Islam ist eine Religion der Barmherzigkeit. Selbst gegenüber jenen, die den Gläubigen das Schlimmste wünschen, wird zur Vergebung und Nachsicht aufgerufen – solange die göttliche Ordnung dies erlaubt. Dies zeigt den hohen moralischen Charakter, den der Islam von seinen Anhängern verlangt.
- Vertrauen auf Allahs Plan: Der Gläubige muss wissen, dass Allahs Plan immer kommt – zu Seiner Zeit und in Seiner Weisheit. Wir sollen nicht vorschnell handeln, sondern auf Allahs Befehl warten und Ihm vertrauen.
- Die Wahrheit siegt: Die Leute der Schrift wussten die Wahrheit, aber ihr Neid hinderte sie daran, sie anzunehmen. Dies lehrt uns, dass Wissen allein nicht ausreicht – das Herz muss rein sein, um die Wahrheit zu erkennen und zu befolgen.
- Allahs Allmacht: Die Ayah endet mit der Erinnerung an Allahs Allmacht. Dies tröstet die Gläubigen und stärkt ihr Vertrauen – denn Allah kann jede Situation wenden, wann immer Er will.
📜 Vers 107-111 — Al-Baqara
Übersetzung — Al-Baqara 109
Sure Vers 109/286 — Al-Baqara البقرة (Medinensisch). Lesen Anhören Übersetzung (Deutsch). Anhören: Al-Baqara Anhören, Al-Baqara Übersetzung, Al-Baqara mp3, Al-Baqara pdf. Vers 107–111. Auf Deutsch: English.
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Tuesday, August 18, 2026
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