An-Nisa · 114/176
Übersetzung Umschrift — An-Nisa
۞ لَّا خَيْرَ فِي كَثِيرٍ مِّن نَّجْوَاهُمْ إِلَّا مَنْ أَمَرَ بِصَدَقَةٍ أَوْ مَعْرُوفٍ أَوْ إِصْلَاحٍ بَيْنَ النَّاسِ ۚ وَمَن يَفْعَلْ ذَٰلِكَ ابْتِغَاءَ مَرْضَاتِ اللَّهِ فَسَوْفَ نُؤْتِيهِ أَجْرًا عَظِيمًا ۝١١٤
laa khaira fee kaseerim min najwaahum illaa man amara bisadaqatin aw ma`roofin aw islaahim bainan naas; wa mai yaf`al zaalikab tighaaa`a mardaatil laahi fa sawfa nu`teehi ajran `azeemaa
📖 Auf Deutsch
Nichts Gutes ist in vielen ihrer vertraulichen Gespräche, außer derer, die Almosen, Rechtes oder Aussöhnung unter den Menschen befehlen. Und wer dies im Trachten nach Allahs Zufriedenheit tut, dem werden Wir großartigen Lohn geben.
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Übersetzung — Tafsir

Erklärung der wichtigsten Wörter:

  • Nadschwā (نجوى): Das heimliche Gespräch oder die vertrauliche Beratung zwischen zwei oder mehreren Personen.
  • Maʿrūf (معروف): Alles, was der islamische Gesetzgeber als gut anerkennt, was der gesunde Menschenverstand billigt und was zu den guten Taten gehört.
  • Iṣlāḥ (إصلاح): Die Versöhnung und Beilegung von Streitigkeiten zwischen Menschen.
  • Mardāt (مرضات): Das Wohlgefallen und die Zufriedenheit Allahs.
  • Abtaġāʾ (ابتغاء): Das Suchen und Anstreben von etwas mit aufrichtiger Absicht.

Die ausführliche Erläuterung der Ayah:

In diesem edlen Vers macht Allah deutlich, dass in vielen heimlichen Gesprächen und vertraulichen Unterredungen der Menschen kein Gut liegt. Die meisten dieser stillen Beratungen dienen entweder weltlichen Machenschaften, dem Verbreiten von Unheil oder dem Schüren von Zwietracht. Solche Gespräche bringen keinen Nutzen, weder im Diesseits noch im Jenseits.

Allerdings macht Allah eine klare Ausnahme von dieser Regel. Es gibt nämlich drei Arten von heimlichen Gesprächen, die nicht nur erlaubt, sondern sogar lobenswert sind:

Erstens: Das Gespräch, das zu einer Spende (Sadaqa) auffordert – sei es, dass man selbst zu einer Spende aufruft, andere dazu ermutigt oder eine Spende organisiert.

Zweitens: Das Gespräch, das zu einer guten Tat (Maʿrūf) aufruft – also zu allem, was die Scharia als gut anerkennt und der Verstand als richtig befindet. Dazu gehören alle Arten von rechtschaffenen Handlungen, wie das Gebet, das Gute gebieten, das Schlechte verbieten, freundliche Worte und hilfreiche Taten.

Drittens: Das Gespräch, das zur Versöhnung zwischen Menschen beiträgt – also die Beilegung von Streitigkeiten, das Schlichten zwischen verfeindeten Parteien und das Bemühen, Eintracht und Harmonie in der Gesellschaft wiederherzustellen.

Dann betont Allah die entscheidende Bedingung für den Lohn: Wer diese guten Taten nicht aus weltlichen Motiven oder zur Schau tut, sondern aufrichtig das Wohlgefallen Allahs sucht, dem wird Allah einen gewaltigen Lohn gewähren. Dieser Lohn ist nicht nur eine kleine Belohnung, sondern ein außergewöhnlich großer und umfassender Lohn, der alle Erwartungen übersteigt.


Die daraus abgeleiteten Nutzen und Lehren:

  1. Die Wertschätzung des Schweigens und der guten Worte: Der Islam lehrt uns, dass nicht jedes Gespräch wertvoll ist. Vielmehr sollen wir unsere Zungen hüten und sie nur für das einsetzen, was Nutzen bringt. Wer das Gute spricht, gewinnt; wer schweigt, ist sicher.
  2. Die hohe Stellung der Versöhnung: Der Islam legt großen Wert auf die Einheit der Gemeinschaft. Die Versöhnung zwischen Menschen ist eine der edelsten Taten, die man im Verborgenen tun kann – sie heilt Herzen, bewahrt Beziehungen und stärkt die Gesellschaft.
  3. Die Aufrichtigkeit als Schlüssel zum Lohn: Die Absicht (Niyya) ist das Herzstück jeder Tat. Eine gute Tat ohne aufrichtige Absicht ist wie ein Körper ohne Seele. Wer Allahs Wohlgefallen sucht, dessen kleine Tat wird groß, und dessen verborgene Bemühung wird sichtbar belohnt.
  4. Die Barmherzigkeit des Islam: Dieser Vers zeigt, wie sehr der Islam das Wohl der Menschen im Blick hat. Selbst in einer Regelung über heimliche Gespräche liegt eine Anleitung zum Guten – zur Spende, zum Guten und zur Versöhnung. Der Islam ist eine Religion der Barmherzigkeit, die das Leben der Menschen in allen Bereichen verbessern will.
  5. Die Hoffnung auf Allahs großzügigen Lohn: Der Vers endet mit der Verheißung eines gewaltigen Lohnes. Dies gibt dem Gläubigen Hoffnung und Motivation, auch im Verborgenen Gutes zu tun, ohne auf Anerkennung der Menschen zu warten – denn Allah sieht alles und belohnt reichlich.
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📜 Vers 112-116 — An-Nisa

112وَمَن يَكْسِبْ خَطِيئَةً أَوْ إِثْمًا ثُمَّ يَرْمِ بِهِ بَرِيئًا فَقَدِ احْتَمَلَ بُهْتَانًا وَإِثْمًا مُّبِينًا
Und wer eine Verfehlung oder eine Sünde begeht und sie hierauf einem Unschuldigen vorwirft, der lädt damit Verleumdung und deutliche Sünde auf sich.
113وَلَوْلَا فَضْلُ اللَّهِ عَلَيْكَ وَرَحْمَتُهُ لَهَمَّت طَّائِفَةٌ مِّنْهُمْ أَن يُضِلُّوكَ وَمَا يُضِلُّونَ إِلَّا أَنفُسَهُمْ ۖ وَمَا يَضُرُّونَكَ مِن شَيْءٍ ۚ وَأَنزَلَ اللَّهُ عَلَيْكَ الْكِتَابَ وَالْحِكْمَةَ وَعَلَّمَكَ مَا لَمْ تَكُن تَعْلَمُ ۚ وَكَانَ فَضْلُ اللَّهِ عَلَيْكَ عَظِيمًا
Und wenn nicht Allahs Huld gegen dich und Sein Erbarmen gewesen wären, hätte ein Teil von ihnen wahrlich vorgehabt, dich in die Irre zu führen. Aber sie führen nur sich selbst in die Irre und fügen dir keinerlei Schaden zu. Allah hat auf dich das Buch und die Weisheit herabgesandt und dich gelehrt, was du (vorher) nicht wußtest. Und Allahs Huld gegen dich ist groß.
114۞ لَّا خَيْرَ فِي كَثِيرٍ مِّن نَّجْوَاهُمْ إِلَّا مَنْ أَمَرَ بِصَدَقَةٍ أَوْ مَعْرُوفٍ أَوْ إِصْلَاحٍ بَيْنَ النَّاسِ ۚ وَمَن يَفْعَلْ ذَٰلِكَ ابْتِغَاءَ مَرْضَاتِ اللَّهِ فَسَوْفَ نُؤْتِيهِ أَجْرًا عَظِيمًا
Nichts Gutes ist in vielen ihrer vertraulichen Gespräche, außer derer, die Almosen, Rechtes oder Aussöhnung unter den Menschen befehlen. Und wer dies im Trachten nach Allahs Zufriedenheit tut, dem werden Wir großartigen Lohn geben.
115وَمَن يُشَاقِقِ الرَّسُولَ مِن بَعْدِ مَا تَبَيَّنَ لَهُ الْهُدَىٰ وَيَتَّبِعْ غَيْرَ سَبِيلِ الْمُؤْمِنِينَ نُوَلِّهِ مَا تَوَلَّىٰ وَنُصْلِهِ جَهَنَّمَ ۖ وَسَاءَتْ مَصِيرًا
Wer aber dem Gesandten entgegenwirkt, nachdem ihm die Rechtleitung klargeworden ist, und einem, anderen Weg als dem der Gläubigen folgt, werden Wir dem zukehren, dem er sich zugekehrt hat, und ihn der Hölle aussetzen, und (wie) böse ist der Ausgang!
116إِنَّ اللَّهَ لَا يَغْفِرُ أَن يُشْرَكَ بِهِ وَيَغْفِرُ مَا دُونَ ذَٰلِكَ لِمَن يَشَاءُ ۚ وَمَن يُشْرِكْ بِاللَّهِ فَقَدْ ضَلَّ ضَلَالًا بَعِيدًا
Allah vergibt gewiß nicht, daß man Ihm (etwas) beigesellt. Doch was außer diesem ist, vergibt Er, wem Er will. Wer Allah (etwas) beigesellt, der ist fürwahr weit abgeirrt.
An-NisaQuran Register
176Vers
MedinensischRevelation
114Vers

Übersetzung — An-Nisa 114

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Tuesday, August 18, 2026

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