Übersetzung — Tafsir
Bedeutung einzelner Wörter:
- As-Sābi'ūn (الصابئون): Eine Gruppe von Menschen, die auf ihrer natürlichen Veranlagung (Fitrah) verblieben sind und keiner festgelegten, offenbarten Religion folgen. Sie verehrten Gott, ohne eine klare, kodifizierte Gesetzgebung zu haben.
- Hādū (هادوا): Diejenigen, die sich zum Judentum bekennen, also die Anhänger der Tora.
- An-Nasārā (النصارى): Die Christen, also die Anhänger von ʿĪsā (Jesus), Friede sei auf ihm.
Erläuterung des Verses:
Dieser edle Vers stellt eine grundlegende Regel auf, die Gerechtigkeit und Fairness in der Beurteilung der Menschen bekundet. Er wendet sich an vier Gruppen: die wahrhaft Gläubigen (die Muslime), die Juden, die Sabier und die Christen. Der Vers macht deutlich, dass die bloße Zugehörigkeit zu einer dieser Gemeinschaften oder das Tragen eines bestimmten religiösen Etiketts nicht der entscheidende Maßstab für das Heil ist. Der entscheidende Maßstab ist vielmehr der aufrichtige Glaube und die rechtschaffene Tat.
Die Bedeutung des Verses ist, dass jeder aus diesen Gruppen – ob Muslim, Jude, Sabier oder Christ – der wahrhaftig an Allah glaubt, Ihn allein verehrt und Ihn nicht mit Partnern verbindet, der an den Jüngsten Tag glaubt, an die Auferstehung, die Abrechnung, das Paradies und die Hölle, und der rechtschaffene Werke verrichtet, die im Einklang mit dem stehen, was Allah geboten hat – derjenige wird weder Furcht empfinden noch traurig sein. Die Furcht ist für die Zukunft, dass sie keine Strafe erwartet, und die Trauer ist für die Vergangenheit, dass ihnen nichts von den weltlichen Dingen entgangen ist, denn sie haben das erlangt, was besser ist als die gesamte Welt und alles, was in ihr ist.
Es ist wichtig zu verstehen, dass der wahre Glaube an Allah und den Jüngsten Tag, der hier gemeint ist, den Glauben an den Propheten Muhammad (Friede und Segen seien auf ihm) und an alles, womit er gesandt wurde, einschließt. Denn die Botschaft Muhammads ist die vollständige und endgültige Form des Glaubens an Allah. Wer nach der Entsendung Muhammads (Friede und Segen seien auf ihm) nicht an ihn glaubt, der hat den wahren Glauben an Allah und den Jüngsten Tag nicht erreicht, wie es in anderen Versen des Qur'ans klargestellt wird.
Lehren und Nutzen aus dem Vers:
- Gerechtigkeit im Urteil: Der Islam lehrt uns, Menschen nach ihrem Glauben und ihren Taten zu beurteilen, nicht nach ihrer Herkunft oder Gruppenzugehörigkeit. Dies zeigt die absolute Gerechtigkeit des Islam.
- Der Wert der aufrichtigen Tat: Der Vers betont, dass der Glaube nicht nur ein Bekenntnis mit der Zunge ist, sondern dass er mit rechtschaffenen Taten einhergehen muss. Dies motiviert den Muslim, sein Handeln zu verbessern und nach dem Wohlgefallen Allahs zu streben.
- Die Barmherzigkeit Gottes ist weit: Der Vers zeigt, dass Allahs Barmherzigkeit alle umfasst, die aufrichtig nach der Wahrheit suchen und ihr folgen. Dies gibt Hoffnung und öffnet die Türen der Reue und Umkehr für jeden, der aufrichtig ist.
- Freiheit von Furcht und Trauer: Die wahre Sicherheit und der innere Frieden liegen nicht in weltlichen Dingen, sondern im Glauben an Allah und im rechtschaffenen Handeln. Wer dies erreicht, hat die höchste Stufe des Glücks und der Zufriedenheit erreicht.
- Die Einheit der Botschaft: Der Vers zeigt, dass die Botschaft aller Propheten eine einzige war: der Glaube an Allah und der rechtschaffene Umgang mit dem Leben. Dies fördert das Verständnis und den Respekt für die früheren Propheten und ihre wahren Anhänger.
📜 Vers 67-71 — Al-Ma'ida
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