Übersetzung — Tafsir
Bedeutung der Schlüsselbegriffe:
- Al-Yatāmā: Die Waisen – Kinder, deren Väter gestorben sind und die noch nicht das Erwachsenenalter (Pubertät) erreicht haben.
- Al-Khabīth: Das Schlechte, Verbotene – hier: das Minderwertige und Verbotene (z. B. das Vermögen der Waisen, das man sich unrechtmäßig aneignet).
- Aṭ-Ṭayyib: Das Gute, Erlaubte – hier: das eigene rechtmäßige und wertvolle Vermögen.
- Ḥūban: Eine schwere Sünde, eine große Verfehlung, die ins Verderben führt.
Tafsir (Ausführliche Erläuterung):
Diese edle Anweisung richtet sich an die Vormünder und Betreuer von Waisenkindern. Allah – erhaben ist Er – befiehlt ihnen, das Vermögen der Waisen, das sie in ihrer Obhut haben, vollständig und ungeschmälert an diese auszuhändigen, sobald sie das heiratsfähige Alter erreicht haben und Reife sowie die Fähigkeit zeigen, ihr Eigentum selbstständig und weise zu verwalten.
Allah verbietet ihnen daraufhin zwei schwerwiegende Verhaltensweisen: Erstens, das Schlechte gegen das Gute einzutauschen, indem man beispielsweise das wertvolle und gute Eigentum der Waisen an sich nimmt und ihnen stattdessen das minderwertige und schlechte eigene Eigentum gibt. Dies ist eine Form des Betrugs und der Ungerechtigkeit. Zweitens verbietet Er, das Vermögen der Waisen mit dem eigenen Vermögen zu vermischen, um es auf diese Weise zu verschlingen. Dies geschah in der Zeit vor dem Islam, als manche Vormünder das Geld der Waisen unter ihr eigenes mischten und es dann als ihr eigenes ausgaben.
Allah betont, dass diese Handlungen – das ungerechte Aneignen und Verschlingen des Waisenvermögens – eine gewaltige Sünde sind, die schwer im Diesseits und Jenseits wiegt. Die Erwähnung dieser schweren Konsequenz dient als eindringliche Warnung an alle, die in einer solchen Position der Verantwortung sind.
Gewonnene Lehren und Nutzen:
- Das hohe Maß an Verantwortung: Diese Anweisung zeigt, wie sehr der Islam den Schutz der Schwachen, insbesondere der Waisen, betont. Die Betreuung ihres Vermögens ist eine anvertraute Pflicht (Amānah), die mit höchster Integrität erfüllt werden muss.
- Die Heiligkeit des Eigentums: Der Islam legt großen Wert auf den Schutz des Eigentums jedes Einzelnen, auch desjenigen, der selbst noch nicht in der Lage ist, es zu verteidigen. Das unrechtmäßige Aneignen fremden Gutes ist eine schwere Sünde.
- Reinheit im Umgang: Der Gläubige ist dazu aufgerufen, in all seinen Geschäften und Handlungen auf das Erlaubte und Gute (Ṭayyib) zu achten und das Verbotene (Khabīth) zu meiden. Dies reinigt das eigene Vermögen und das Herz.
- Die Schwere der Sünde: Die deutliche Sprache der Warnung („eine gewaltige Sünde“) zeigt, dass Vergehen gegen das Vermögen von Waisen nicht als Bagatelle angesehen werden. Sie ziehen den Zorn Allahs nach sich und erfordern aufrichtige Reue.
- Ein Aufruf zur Gerechtigkeit: Diese Anweisung ist ein grundlegendes Prinzip der sozialen Gerechtigkeit im Islam. Sie stellt sicher, dass die Rechte der Schwächsten nicht mit Füßen getreten werden und dass die Gesellschaft auf Vertrauen und Fairness aufbaut.
📜 Vers 1-4 — An-Nisa
Übersetzung — An-Nisa 2
Sure An-Nisa Vers 2 - Lesen, Anhören, Übersetzung, Deutsch : Und gebt den Waisen ihren Besitz und tauscht nicht Schlechtes…Sure Vers 2/176 — An-Nisa النساء (Medinensisch). Lesen Anhören Übersetzung (Deutsch). Anhören: An-Nisa Anhören, An-Nisa Übersetzung, An-Nisa mp3, An-Nisa pdf. Vers 1–4. Auf Deutsch: English.
Heiliger Koran
Tuesday, August 18, 2026
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