Übersetzung — Tafsir
Bedeutung der Wörter:
- الْمَلَأُ (al-Mala'u): Die vornehmen, einflussreichen und führenden Persönlichkeiten eines Volkes.
- اسْتَكْبَرُوا (istakbaru): Sie verhielten sich hochmütig und weigerten sich aus Arroganz, die Wahrheit anzunehmen.
- لَنُخْرِجَنَّكَ (lanukhrijannaka): Wir werden dich mit Sicherheit vertreiben.
- مِلَّتِنَا (Millatina): Unser Glaube, unsere Religion und unsere Lebensweise.
- لَتَعُودُنَّ (lata'udunna): Ihr werdet sicherlich zurückkehren.
- كَارِهِينَ (Karihin): Abgeneigt, widerwillig, mit Abscheu erfüllt.
Erläuterung der Ayah:
Die führenden Persönlichkeiten aus dem Volk von Prophet Schu'ayb (Friede sei mit ihm), die sich aus Hochmut weigerten, den Glauben an Allah anzunehmen und Seinem Gesandten zu folgen, wandten sich drohend an Schu'ayb und seine Anhänger. Sie stellten ihm ein Ultimatum mit zwei Optionen: Entweder müssten er und die Gläubigen ihre Heimatstadt verlassen und ins Exil gehen, oder sie müssten zu ihrer Religion und ihren alten Traditionen zurückkehren.
Diese Drohung zeigt ihre Arroganz und Tyrannei, denn sie versuchten, den Propheten und seine Anhänger durch Vertreibung oder Zwang zur Rückkehr in ihren Götzenglauben zu zwingen. Sie wollten die Gläubigen vor die Wahl stellen: Entweder Verlust der Heimat oder Verlust des Glaubens.
Die Antwort von Schu'ayb (Friede sei mit ihm) war eine Antwort der Verwunderung und Ablehnung zugleich. Er fragte sie erstaunt: "Sollen wir etwa zu eurer Religion zurückkehren, selbst wenn wir sie innerlich zutiefst ablehnen und ihre Falschheit erkennen?" Diese rhetorische Frage zeigt, dass es für einen aufrichtigen Gläubigen undenkbar ist, zur Wahrheit zu gelangen und dann wieder zum Irrglauben zurückzukehren, selbst wenn er dafür Verfolgung und Vertreibung in Kauf nehmen muss. Schu'ayb machte deutlich, dass seine Abneigung gegen ihre Religion nicht eine bloße Laune war, sondern auf seiner klaren Erkenntnis der Wahrheit und der Falschheit ihres Weges beruhte.
Gewonnene Lehren und Nutzen:
- Standhaftigkeit im Glauben: Diese Ayah lehrt uns, dass der Gläubige in seinem Glauben fest und unerschütterlich sein muss, selbst wenn er mit Drohungen, Vertreibung oder anderen Formen von Druck konfrontiert wird. Der Glaube ist kein Verhandlungsgegenstand.
- Die Wahrheit ist stärker als Drohungen: Die Geschichte von Schu'ayb zeigt, dass die Mächtigen dieser Welt mit ihren Drohungen nichts gegen diejenigen ausrichten können, die auf Allah vertrauen und die Wahrheit erkannt haben.
- Arroganz ist eine verwerfliche Eigenschaft: Die Haltung der führenden Persönlichkeiten, die sich aus Hochmut weigerten, die Wahrheit anzunehmen, ist eine deutliche Warnung vor der Gefahr des Stolzes, der den Menschen davon abhält, das Richtige zu erkennen und zu befolgen.
- Der Wert der Heimat im Vergleich zum Glauben: Die Gläubigen waren bereit, ihre Heimat zu verlassen, anstatt ihren Glauben aufzugeben. Dies zeigt, dass der Glaube für den Muslim wertvoller ist als alles Irdische, einschließlich der Heimat.
- Vertrauen auf Allah in schwierigen Situationen: Die Antwort von Schu'ayb spiegelt ein tiefes Gottvertrauen wider. Er ließ sich nicht von ihren Drohungen einschüchtern, sondern antwortete mit Ruhe und Weisheit, weil er wusste, dass Allah mit den Geduldigen ist.
- Die Pflicht, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verbieten: Schu'ayb und seine Anhänger blieben standhaft in ihrem Auftrag, ihr Volk zur Wahrheit zu rufen, trotz der Feindseligkeit und der Drohungen, denen sie ausgesetzt waren.
📜 Vers 86-90 — Al-A'raf
Übersetzung — Al-A'raf 88
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