Übersetzung — Tafsir
Erklärung der Worte:
- فَضَّلَ – Er hat erhöht, ausgezeichnet und den einen über den anderen gestellt.
- الرِّزْق – Die Versorgung, der Lebensunterhalt, das, was Allah an Gütern und Gaben gewährt.
- مَا مَلَكَتْ أَيْمَانُهُمْ – Was ihre rechten Hände besitzen, also die Sklaven und Diener.
- يَجْحَدُونَ – Sie leugnen und verweigern die Anerkennung, und zwar aus Undankbarkeit.
Die ausführliche Erklärung der Ayah:
Allah – erhaben ist Er – weist uns auf eine große Wahrheit hin, die der menschliche Verstand leicht übersieht, wenn er nicht nachdenkt. Er sagt uns, dass Er allein es ist, Der die Menschen in ihrer Versorgung unterschiedlich gestaltet hat: Er gibt dem einen viel, dem anderen wenig, dem einen Reichtum, dem anderen Armut, dem einen Autorität, dem anderen Unterordnung. Dies ist eine vollkommene göttliche Weisheit, die Er nach Seinem Willen verteilt.
Dann lenkt uns der Qur'an zu einem erstaunlichen Vergleich: Diejenigen, die Allah mit Reichtum und Besitz ausgezeichnet hat, würden niemals freiwillig ihren Besitz mit ihren eigenen Dienern und Sklaven vollständig teilen, sodass diese ihnen völlig gleichgestellt wären in dem, was sie besitzen. Kein Herr würde akzeptieren, dass sein Diener ihm in seinem Vermögen gleichgestellt wird. Doch dieselben Menschen, die diese Gleichstellung mit ihren Untergebenen ablehnen, akzeptieren es, dass Allah – dem die gesamte Schöpfung gehört – Partner aus Seinen eigenen Geschöpfen beigesellt werden! Ist das nicht die größte Ungerechtigkeit und der offensichtlichste Widerspruch?
Allah stellt ihnen diese Frage als Vorwurf und Zurechtweisung: Wenn ihr selbst nicht einmal euren eigenen Dienern Gleichstellung mit euch gewährt, wie könnt ihr dann Allah – dem Herrn der Welten – Partner aus Seinen Dienern zugesellen? Dies ist eine klare Ablehnung der unermesslichen Gnade Allahs und eine Verkennung Seiner vollkommenen Herrschaft.
Eine einladende und ermahnende Botschaft:
Diese Ayah öffnet unsere Herzen für die Größe der Gnade Allahs, die uns umgibt. Jeder Atemzug, den wir tun, jeder Bissen, den wir essen, jedes Gut, das wir besitzen – all das ist eine reine Gabe von Allah, dem Allmächtigen. Wenn wir diese Gaben betrachten, müssen wir erkennen, dass sie uns verpflichten, dankbar zu sein und Allah allein anzubeten, ohne Ihm irgendetwas beizugesellen.
Der Qur'an lehrt uns hier eine wunderbare Lektion in Demut: So wie ihr nicht wollt, dass eure Diener euch gleichgestellt werden, so sollt ihr auch nicht wollen, dass Allah Geschöpfe gleichgestellt werden. Die Reinheit des Glaubens (Tawhid) ist der Kern des Islam – sie befreit den Menschen von der Knechtschaft gegenüber allem Geschaffenen und verbindet ihn direkt mit dem Schöpfer aller Dinge.
Lasst uns diese Ayah als einen Spiegel nehmen, in dem wir unsere eigene Haltung gegenüber Allah überprüfen. Sind wir wirklich dankbar für Seine Gaben? Erkennen wir Seine Herrschaft über unser Leben an? Oder leugnen wir Seine Gnade, indem wir Ihm Partner beigesellen oder Seine Gebote missachten?
Die Botschaft dieser Ayah ist eine Einladung zur reinen, aufrichtigen Hingabe an Allah – eine Hingabe, die den Menschen in dieser Welt mit Frieden und Zufriedenheit erfüllt und ihm im Jenseits die höchsten Gärten verspricht. Möge Allah uns alle zu den dankbaren Dienern zählen, die Ihn allein anbeten und Seine Gnade erkennen.
📜 Vers 69-73 — An-Nahl
Übersetzung — An-Nahl 71
Sure Vers 71/128 — An-Nahl النحل (Mekkanisch). Lesen Anhören Übersetzung (Deutsch). Anhören: An-Nahl Anhören, An-Nahl Übersetzung, An-Nahl mp3, An-Nahl pdf. Vers 69–73. Auf Deutsch: English.
Heiliger Koran
Tuesday, August 18, 2026
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