Übersetzung — Tafsir
Bedeutung der Wörter:
- Fitna (فتنة): Hier bedeutet es Prüfung, Heimsuchung oder Strafe, die als göttliche Züchtigung herabkommt.
- La tusibanna (لَا تُصِيبَنَّ): Wörtlich: „dass sie nicht nur treffen möge" – eine Warnung, dass diese Heimsuchung nicht auf eine bestimmte Gruppe beschränkt bleibt.
- Alladhina zalamu (الَّذِينَ ظَلَمُوا): Diejenigen, die Unrecht tun oder Sünden begehen.
- Khassatan (خَاصَّةً): Ausschließlich, nur speziell.
- Schadid al-‘Iqab (شَدِيدُ الْعِقَابِ): Streng in der Bestrafung, gewaltig in der Vergeltung.
Tafsir (Ausführliche Erläuterung):
O ihr Gläubigen! Fürchtet eine Heimsuchung und Prüfung, die nicht nur die Sünder unter euch treffen wird, sondern alle – auch die Rechtschaffenen – wenn das Unrecht sich ausbreitet und niemand dagegen vorgeht. Diese Warnung richtet sich an die gesamte Gemeinschaft: Wenn Unterdrückung und Sünden in einer Gesellschaft überhandnehmen und die Menschen aus Nachlässigkeit oder Furcht nicht einschreiten, dann lässt Allah die Strafe herabkommen, die nicht zwischen Schuldigen und Unschuldigen unterscheidet. Sie erfasst alle, weil die Guten versäumt haben, das Böse zu verhindern, obwohl sie dazu in der Lage waren.
Dies ist eine ernste Mahnung, dass kollektive Verantwortung eine Pflicht ist. Wer zusieht, wie Unrecht geschieht, ohne es zu ändern – sei es mit der Hand, mit der Zunge oder zumindest mit dem Herzen – der macht sich mitschuldig. Die Strafe Allahs ist nicht auf die unmittelbaren Täter beschränkt, sondern kann die ganze Gemeinschaft treffen, wenn das Übel nicht bekämpft wird.
Und wisst gewiss, dass Allah streng in Seiner Bestrafung ist. Er zögert vielleicht, aber Er vergisst nicht. Wer Seinen Geboten zuwiderhandelt und Seine Verbote missachtet, der muss mit einer harten Konsequenz rechnen. Diese Strenge ist Ausdruck Seiner Gerechtigkeit und Seiner Weisheit, denn Er lässt niemanden ungestraft, der Unrecht tut, und Er lässt diejenigen nicht ungewarnt, die das Unrecht dulden.
Gewonnene Lehren und Nutzen:
- Gemeinschaftliche Verantwortung: Der Islam lehrt, dass jeder Einzelne für das Wohl der Gesellschaft verantwortlich ist. Wer das Böse sieht und schweigt, trägt eine Mitschuld – denn die Strafe kann alle treffen. Dies motiviert uns, aktiv für Gerechtigkeit einzutreten und Unrecht zu verhindern, wo immer wir können.
- Wachsamkeit im Glauben: Diese Ayat erinnert uns daran, dass unser Glaube nicht nur persönliche Frömmigkeit ist, sondern auch soziales Engagement bedeutet. Ein wahrer Muslim kann nicht gleichgültig gegenüber dem Leid und der Ungerechtigkeit in seiner Umgebung sein.
- Die Barmherzigkeit Allahs und Seine Gerechtigkeit: Allah ist barmherzig, aber auch streng in Seiner Bestrafung. Diese Balance lehrt uns, Seine Gebote ernst zu nehmen und gleichzeitig auf Seine Vergebung zu hoffen. Es ist eine Einladung, in Reue zu Allah zurückzukehren, bevor die Strafe eintrifft.
- Schutz vor Selbstgefälligkeit: Niemand sollte denken, dass ihn das Unrecht anderer nicht betrifft. Diese Warnung bricht die Illusion der Sicherheit und ermutigt uns, uns selbst zu prüfen und unsere Pflichten gegenüber der Gemeinschaft zu erfüllen.
- Hoffnung durch Umkehr: Obwohl die Warnung ernst ist, ist sie auch ein Zeichen von Allahs Liebe zu uns – Er warnt uns, damit wir uns korrigieren können, bevor es zu spät ist. Dies öffnet die Tür zur Reue und zur Rückkehr zu einem Leben in Gehorsam und Rechtschaffenheit.
📜 Vers 23-27 — Al-Anfal
Übersetzung — Al-Anfal 25
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Heiliger Koran
Tuesday, August 18, 2026
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