Übersetzung — Tafsir
1) Bedeutung der Schlüsselbegriffe:
- „Qintār" (قِنطَارًا): Ein sehr großer Geldbetrag oder eine enorme Menge an Besitz, der als Brautgabe (Mahr) gegeben wird.
- „Buh'tān" (بُهْتَانًا): Eine schwere, verleumderische Lüge oder eine falsche Anschuldigung, mit der man jemanden ungerechtfertigt beschuldigt.
- „Ith'm mubīn" (إِثْمًا مُّبِينًا): Eine offenkundige, klare Sünde, die nicht zu verbergen oder zu rechtfertigen ist.
2) Ausführliche Erläuterung der Ayah:
Diese Ayah richtet sich an die Ehemänner und behandelt den Fall, dass ein Mann eine andere Frau heiraten möchte und sich von seiner bisherigen Ehefrau trennen will. Sie stellt eine klare und unmissverständliche Regel auf: Wenn ihr – ihr Ehemänner – beschließt, eine Ehefrau durch eine andere zu ersetzen, und ihr der ersten Frau bereits eine enorme Brautgabe (Mahr) – selbst wenn sie so gewaltig wäre wie ein „Qintār" (ein Berg von Besitz) – gegeben habt, dann ist es euch strikt verboten, auch nur das Geringste von dieser Brautgabe zurückzufordern oder einzubehalten.
Die Ayah verurteilt ein solches Verhalten aufs Schärfste, indem sie eine rhetorische Frage stellt: „Wollt ihr es denn nehmen, durch Verleumdung und offenkundige Sünde?" Diese Frage ist eine Form der Zurechtweisung und des Tadels. Sie macht deutlich, dass der Versuch, die Brautgabe zurückzunehmen, nur durch falsche Anschuldigungen gegen die Frau (z. B. ihr Untreue oder Fehlverhalten vorzuwerfen) oder durch Druck und Einschüchterung geschehen kann. Ein solches Vorgehen ist eine doppelte Ungerechtigkeit: Zum einen ist es eine Verleumdung (Buh'tān) gegenüber der unschuldigen Frau, zum anderen eine klare, unübersehbare Sünde (Ith'm mubīn), die Allah missfällt.
Die Ayah betont, dass das Recht der Frau auf ihre Brautgabe unantastbar ist. Sie hat sie durch die Ehe verdient, und der Mann hat kein Anrecht darauf, sie sich anzueignen – weder offen noch auf hinterhältige Weise. Dies gilt unabhängig von der Höhe der Brautgabe, selbst wenn sie extrem groß ist.
3) Gezogene Nutzen und Lehren aus der Ayah:
- Wahrung der Rechte der Frau: Der Islam schützt das finanzielle Recht der Frau in der Ehe und nach der Trennung. Die Brautgabe ist ihr persönliches Eigentum, das ihr niemand nehmen darf. Dies zeigt die hohe Wertschätzung und den Respekt, den der Islam der Frau entgegenbringt.
- Verbot von Betrug und Verleumdung: Die Ayah verbietet jegliche Form von Betrug, Druck oder falscher Anschuldigung, um sich unrechtmäßig Vorteile zu verschaffen. Ein Muslim ist stets zu Ehrlichkeit und Integrität verpflichtet.
- Reinheit des Herzens und Gottesfurcht: Die Ayah lehrt uns, dass der Gläubige sein Gewissen bewahren und Allah fürchten soll. Selbst wenn man rechtlich einen Anspruch hätte (was hier nicht der Fall ist), verbietet die Gottesfurcht, das Eigentum anderer anzutasten.
- Erleichterung und Großzügigkeit bei Trennung: Der Islam fordert, dass Trennungen in Würde und Fairness ablaufen. Anstatt der Frau das Leben schwer zu machen, soll der Mann großzügig sein und ihr das Ihrige vollständig überlassen.
- Abschreckung von Ungerechtigkeit: Die scharfe, tadelnde Frage in der Ayah dient als Abschreckung für jeden, der in seinem Herzen den Wunsch hegt, andere zu unterdrücken oder zu betrügen. Sie erinnert daran, dass Allah alle Handlungen sieht und dass jede Ungerechtigkeit Konsequenzen hat – im Diesseits und im Jenseits.
Diese Ayah ist ein lebendiges Beispiel für die umfassende Gerechtigkeit des Islam, die das Wohl aller Gesellschaftsmitglieder – insbesondere der Schwächeren – sicherstellt und den Gläubigen zu einem Leben in Rechtschaffenheit und Gottesbewusstsein anleitet.
📜 Vers 18-22 — An-Nisa
Übersetzung — An-Nisa 20
Sure An-Nisa Vers 20 - Lesen, Anhören, Übersetzung, Deutsch : Und wenn ihr eine Gattin anstelle einer anderen eintauschen wollt…Sure Vers 20/176 — An-Nisa النساء (Medinensisch). Lesen Anhören Übersetzung (Deutsch). Anhören: An-Nisa Anhören, An-Nisa Übersetzung, An-Nisa mp3, An-Nisa pdf. Vers 18–22. Auf Deutsch: English.
Heiliger Koran
Tuesday, August 18, 2026
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